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Bülach

Dein Kind wird zum Helden einer Geschichte, die in Bülach spielt — an echten Wahrzeichen der Stadt, in den vertrauten Gassen, vor den Gebäuden, die es aus dem Alltag kennt.

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Historische Geschichten aus Bülach

Echte Geschichten aus der Vergangenheit von Bülach — wähle eine und dein Kind übernimmt eine Rolle

Das Geheimnis der Runenschreiberin

Ein Kind entdeckt eine leuchtende Brosche in der Erde nahe dem Kirchhügel und wird ins Bülach des 6. Jahrhunderts versetzt. Dort trifft es die alemannische Frau, die die Bülacher Fibel trug, und erfährt die Bedeutung der geheimnisvollen Runeninschrift -- der einzigen älteren Futhark-Runen, die je in der Schweiz gefunden wurden -- und einen Namen, der 1400 Jahre darauf gewartet hat, laut ausgesprochen zu werden.

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1927 wurde die Bülacher Fibel in einem alemannischen Grab entdeckt -- eine silberne scheibenförmige Brosche mit Almandineinlage aus dem 6. Jahrhundert (550-600 n. Chr.). Sie trägt eine ältere Futhark-Runeninschrift -- die einzige, die bisher in der Schweiz gefunden wurde. Die Inschrift enthält einen Personennamen mit frühalemannischen Sprachmerkmalen. Das Grab gehörte einer erwachsenen Frau. Bülach wurde erstmals 811 n. Chr. als 'Pulacha' erwähnt.

Das grüne Einmachglas, das sich erinnerte

Ein altes Bülacher Einmachglas auf Grossmutters Regal beginnt Erinnerungen zu flüstern: an die Glasbläeser in der Fabrik, an Kriegsgärten, als deutsche Gläser nicht mehr zu haben waren, an Sommerobst aus dem Glatttal. Jede Erinnerung ist ein Kapitel Schweizer Alltagsgeschichte, und das Kind lernt, dass ein einfaches grünes Glas mehr als Kirschen bewahren kann -- ein Jahrhundert voller Geschichten.

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Die Glashütte Bülach AG wurde 1891 gegründet. Im Ersten Weltkrieg, als deutsche Weck-Gläser nicht mehr importiert werden konnten, förderte der Bund eine einheimische Alternative. 1920 kam das ikonische Bülacher Einmachglas auf den Markt -- dickes grünes Glas mit Gummiring und Porzellandeckel. Bis 1924 war es eine nationale Marke, bekannt in den entlegensten Schweizer Dörfern. Produktion von 1920 bis 1978; die Fabrik schloss im Februar 2002 nach 111 Jahren. Heute sind Originalgläser begehrte Sammlerstücke.

Der Rost am Himmel

Am Laurentiustag hebt sich der goldene Rost auf dem Bülacher Wappen vom Rathaus und schwebt über die Altstadt. Ein Kind muss ihm durch die Kopfsteinpflasterstrassen folgen und an jedem Wahrzeichen -- Burg, Stadtmauer, 74-Meter-Kirchturm -- ein Rätsel lösen, um den Rost vor Morgengrauen zurück aufs Wappen zu bringen.

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Das Bülacher Wappen zeigt den Rost des Heiligen Laurentius, der 258 n. Chr. in Rom auf einem Grill hingerichtet wurde. Laurentius ist seit mindestens 811 Schutzpatron von Bülach. Das älteste Stadtsiegel von 1424 zeigt den Rost flankiert von österreichischen Schilden. Der Kirchturm der reformierten Kirche Sankt Laurentius ragt 74 Meter hoch und ist weit über das Zürcher Unterland sichtbar.

Zeitsprung am Markttag

Beim Dienstags-Büli-Märt geht ein Kind durch einen alten Torbogen in der Stadtmauer und landet im Jahr 1384 -- am allerersten Markttag nach der Stadtrechtverleihung durch Herzog Leopold. Es muss einem jungen Händler helfen, alle Waren zu verkaufen, bevor die Marktglocke läutet -- und entdeckt, wie 640 Jahre Handel die mittelalterliche Charta mit den heutigen Ständen verbinden.

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1384 verlieh Herzog Leopold III. von Österreich (Habsburg) Bülach ein Stadtrecht mit Marktrecht -- die gleichen Rechte wie Winterthur. Der traditionelle Büli-Märt findet dienstags mit 120-160 Ständen statt. Drei grosse Jahrmärkte führen die Tradition des Marktrechts von 1384 fort. Verheerende Stadtbrände zerstörten Bülach 1386, 1444 und 1506.

Der Glasbläserlehrling

In der Glashütte Bülach lernt ein Kinderlehrling, glühenes Glas zu formen, fängt aber versehentlich einen winzigen Feuergeist in einem grünen Einmachglas ein. Gemeinsam müssen sie durch die glühende Fabrik reisen -- an rohrenden Öfen und drehenden Maschinen vorbei -- um den Geist zu befreien, bevor der Ofen abkühlt und das Glas für immer erstarrt.

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Die Glashütte Bülach betrieb von 1891 bis 2002 eine Fabrik auf 42000 Quadratmetern. 1917 wurde die erste grosse amerikanische Glasblasmaschine installiert. Das charakteristische grüne Glas wurde zum Markenzeichen -- sofort erkennbar in Schweizer Küchen. Nach der Schliessung entstand durch einen Städtebauwettbewerb das Glasi-Quartier von Duplex Architekten mit rund 560 Wohnungen und 20000 m2 Gewerbefläche.

Der Pfad des Spechts

Auf den Spuren des seltenen Mittelspechts durch den Hardwald entdeckt ein Kind, dass jede der neun Stationen des Themenwegs von einem anderen Waldwesen bewacht wird. Jedes Wesen hütet ein Stück einer vergessenen Legende darüber, wie Bülach zu seinem Namen kam -- und nur der Specht, der auf die älteste Eiche klopft, kennt die letzte Antwort.

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Der Hardwald bei Bülach ist Heimat des Mittelspechts, eines seltenen und bedrohten Vogels in der Schweiz. Ein 2,3 km langer Themenweg mit neun Stationen vermittelt Wissen über den Vogel und seinen Alteichen-Lebensraum. Der Weg umfasst vier 'Waldfenster', die den Wald in verschiedenen Entwicklungsstadien zeigen. 39,5% der Fläche Bülachs ist Wald, 33,2% Landwirtschaft.

Der Turm, der die Zeit erzählte

Der 74-Meter-Kirchturm von Sankt Laurentius schlägt zu ungewöhnlichen Stunden. Ein Kind klettert zum Glockenturm und findet eine Uhrwerkkarte, die verborgene Gänge unter der Altstadt enthüllt -- vom Schloss zum Zehntenhaus bis zum Sigristenkeller. Jeder Gang birgt ein Echo aus einem anderen Jahrhundert, vom Adelsgrab um 650 n. Chr. bis zum grossen Brand von 1506.

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Die reformierte Kirche Sankt Laurentius hat einen 74 Meter hohen Turm -- weithin sichtbar im Zürcher Unterland. Der Kirchenstandort beherbergt seit mindestens 650 n. Chr. eine Kulstätte, mit Resten eines Adligengrabs unter den Fundamenten. Nach dem Stadtbrand 1506 wurde die Kirche 1508-1510 im spätgotischen Stil neu erbaut. Das Rathaus von 1672 besitzt einen achteckigen Kachelofen von Hafner Hans Heinrich Graf (1673) mit biblischen Motiven und Ratswappen.

Gottfried Kellers verlorenes Notizbuch

Beim Besuch des Keller-Museums im nahen Glattfelden findet ein Kind ein verstecktes Notizbuch mit einer unvollendeten Geschichte. Den Hinweisen entlang des Dichterwegs folgend -- an der Heidenstube vorbei, durch die Felder, die Kellers Eltern einst bestellten -- und in Bülachs Altstadt, muss das Kind das Ende schreiben und entdeckt, dass die besten Geschichten aus der Kenntnis des Bodens unter den eigenen Füssen entstehen.

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Gottfried Keller (1819-1890), einer der grössten Schweizer Schriftsteller, hatte tiefe Wurzeln im benachbarten Glattfelden -- beide Eltern stammten von dort. Die Landschaft des Zürcher Unterlandes ist in sein Meisterwerk 'Der grüne Heinrich' eingeflochten. Das Gottfried-Keller-Zentrum in Glattfelden (1985 eröffnet) bewahrt sein Erbe. Ein Dichterweg mit über 20 Tafeln führt durch die Landschaft, die ihn inspirierte, einschliesslich der 'Heidenstube' am Laubberg.

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