Rapperswil-Jona
Dein Kind wird zum Helden einer Geschichte, die in Rapperswil-Jona spielt — an echten Wahrzeichen der Stadt, in den vertrauten Gassen, vor den Gebäuden, die es aus dem Alltag kennt.
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Historische Geschichten aus Rapperswil-Jona
Echte Geschichten aus der Vergangenheit von Rapperswil-Jona — wähle eine und dein Kind übernimmt eine Rolle
Der Hirsch, der eine Stadt gründete
Erzählt aus der Sicht des Hirsches: von Hunden gejagt am Seeufer, gerettet von der gütigen Gräfin Mechthild, dann dankbar den Schlosshügel als Heimat wählend. Als der Hirsch seinen Kopf in Mechthilds Schoss legt, deutet Graf Rudolf es als göttliches Zeichen und baut eine Burg — eine Stadt entsteht aus einem Akt der Barmherzigkeit.
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Der Legende nach jagten Graf Rudolf von Altendorf und Gräfin Mechthild, als ihre Hunde einen Hirsch in eine Höhle auf der Landzunge trieben. Mechthild überredete Rudolf, die Hirschkälber zu verschonen. Am Mittag kehrte der Hirsch zurück und legte seinen Kopf in ihren Schoss — Rudolf deutete dies als göttliches Zeichen. Der Hirschpark am Schlosshügel beherbergt seit 1871 Damhirsche. Die Grafen von Rapperswil zogen um 1200-1220 von Altendorf hierher.
Über den See gehen
Ein Kind überquert die Holzbrücke und rutscht am Heilig Hüsli durch die Zeit, um neben mittelalterlichen Pilgern nach Einsiedeln zu wandern. Unterwegs begegnet es bronzezeitlichen Pfahlbauern unter Wasser und entdeckt, dass Menschen diese Engstelle seit über 4000 Jahren überqueren.
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Die Holzbrücke Rapperswil-Hurden ist mit 841 Metern die längste Holzbrücke der Schweiz. Seit Jahrtausenden wird diese Engstelle überquert: Funde stammen aus der Horgener Kultur (3. Jt. v. Chr.), der Bronzezeit (1523 v. Chr.), der Hallstattzeit (647 v. Chr.), der Römerzeit (165 n. Chr.) und dem Frühmittelalter (741 n. Chr.). Diese Funde gehören zum UNESCO-Welterbe Pfahlbauten. Das Heilig Hüsli, eine winzige Brückenkapelle, erstmals 1485 erwähnt, bot Pilgern auf dem Jakobsweg Zuflucht.
Die Rosen, die sich erinnern
Jede der 600 Rosensorten in Rapperswil birgt eine Erinnerung aus der Stadtgeschichte. Ein Kind, das Rosen «zuhören» kann, entdeckt Geschichten von der Burg, dem Kloster und der Altstadt — und erfährt, warum die Rosenstadt seit über einem Jahrhundert blüht, mit 16 000 Sträuchern, die den Hang in Farbe tauchen.
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Rapperswil heisst seit über einem Jahrhundert Rosenstadt, mit über 16 000 Rosenstöcken in über 600 Sorten. Das Wappen des Hauses Rapperswil zeigt drei Rosen; die Stadt übernahm zwei Rosen, erstmals 1306 auf dem Stadtsiegel belegt. Vier öffentliche Rosengärten schmücken die Altstadt, darunter der Duftrosengarten (1984) — der einzige Rosengarten für Blinde in der Schweiz mit Blindenschrift-Tafeln. 1959 pflanzte Gärtner Dietrich Wössener die meisten heutigen Sorten.
Polens Schatz in der Burg
Ein Kind findet ein geheimnisvolles altes Gemälde in der Burg und erfährt von Graf Plater, den polnischen Exilanten und warum eine kleine Schweizer Stadt zur Hüterin der Erinnerung einer ganzen Nation wurde. Die erschütterndste Entdeckung: 95 % der Sammlung gingen verloren, als sie nach Warschau geschickt und im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.
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1868 errichtete der polnische Graf Władysław Bröl-Plater die Barer Säule. 1870 gründete er das Polnische Nationalmuseum in der Burg als «Zufluchtsort für Polens historische Erinnerungsstücke». 1927 umfasste das Museum etwa 3000 Kunstwerke, 92 000 Bücher und 27 000 Dokumente. Nach Polens Unabhängigkeit wurde die Sammlung nach Warschau überführt — rund 95 % wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Das Museum wurde nach 1952 neu gegründet.
Eis, Zwei, Geissebei!
Ein Kind reist zurück ins Jahr 1350, als während der Belagerung Rapperswils wohlhabende Bürger Essen durch ihre Fenster an hungrige Nachbarn verteilten. Jahrhunderte später lebt die Tradition fort: Jeden Fasnachtsdienstag um genau 15:15 Uhr regnen Würste, Brötchen und Lebkuchen aus den Rathausfenstern auf jubelnde Kinder.
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Eis-zwei-Geissebei ist ein Fasnachtsbrauch am Fasnachtsdienstag, der möglicherweise auf den 24. Februar 1350 zurückgeht, als Zürichs Bürgermeister Rudolf Brun Rapperswil angriff und Bürger während der Belagerung Essen durch die Fenster reichten. Heute ruft ein Ratsherr: «Sind alli mini Bübe doo?», die Kinder antworten «Ja! Eis, zwei, Geissebei!», und 30 Minuten lang regnen Würste, Brötchen und Biberli aus den Rathausfenstern.
Der Zirkus kommt in die Stadt
Im Jahr 1962 freundet sich ein Kind mit der Familie Knie an, als diese ihren Kinderzoo in Rapperswil baut. Das Kind hilft bei der Pflege des Elefantenbabys Sahib-Fridolin — des ersten in der Schweiz geborenen Asiatischen Elefanten — und entdeckt, dass die grösste Nummer einer Zirkusfamilie nicht unter dem Zelt stattfindet.
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Die Zirkusfamilie Knie geht auf 1803 zurück und liess sich 1907 in Rapperswil nieder. Am 10. Juni 1962 eröffneten die Brüder Fredy und Rolf Knie sen. Knies Kinderzoo. Am 15. Februar 1963 wurde Sahib-Fridolin der erste in der Schweiz geborene Asiatische Elefant. 1976 erreichte der Zoo den Rekord von 399 331 Besuchern. Der Circus Knie, bekannt als Schweizer Nationalcircus, begann mit Friedrich Knies Seiltänzer- und Akrobatentruppe.
Der Römerhafen von Kempraten
Ein Kind findet am Seeufer eine römische Münze und wird in den geschäftigen Vicus Centum Prata versetzt, wo Händler, Bootsleute und geheimnisvolle Mithras-Verehrer im geschäftigsten Hafen des Obersees aufeinandertreffen. Das Kind muss die Münze zurückbringen, bevor morgens die Archäologen kommen.
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Der gallorömische Vicus Centum Prata (100 Wiesen, woher der Name Kempraten stammt) ist die bedeutendste römische Fundstätte im Kanton St. Gallen. Er war Etappenort an der Kreuzung römischer Strassen und Umschlaghafen. Grabungen 2009-2013 enthüllten ein Mithräum, ein Heiligtum der Mater Magna, über 500 Münzen und bleierne Fluchtafeln. Der Vicus mass rund 300 mal 200 Meter.
Die drei Türme der Burg
Jeder der drei Burgtürme birgt ein Geheimnis aus einer anderen Epoche: die Grafen von Rapperswil gründen die Burg 1229, die Habsburger bauen sie 1352 als Machtdemonstration wieder auf, und die polnischen Exilanten füllen sie 1870 mit der Erinnerung einer Nation. Ein Kind muss alle drei Rätsel lösen, um das Herz der Burg zu öffnen.
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Schloss Rapperswil wurde um 1200-1220 von Graf Rudolf II. und seinem Sohn Rudolf III. erbaut, erstmals 1229 urkundlich erwähnt. Es bildete ein fast gleichseitiges Dreieck mit drei Türmen. 1350 zerstörte Zürichs Bürgermeister Rudolf Brun die Befestigung. Herzog Albrecht II. von Habsburg-Österreich baute sie auf den Ruinen wieder auf — eine «prunkvolle Fassade» gegen die Eidgenossenschaft. 1442 ging die Burg an die Bürger. Seit 1870 beherbergt sie das Polnische Nationalmuseum.
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