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Burgdorf

Dein Kind wird zum Helden einer Geschichte, die in Burgdorf spielt — an echten Wahrzeichen der Stadt, in den vertrauten Gassen, vor den Gebäuden, die es aus dem Alltag kennt.

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Ein fantastisches Abenteuer, ein Geburtstagsgeschenk, Mut beim Zahnarzt, Freundschaft im ersten Schuljahr — oder eines von über 170 Themen aus unserer Bibliothek. Erstelle ein kostenloses Konto, wähle dein Thema im Assistenten, wir lassen die Geschichte in Burgdorf spielen.

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Historische Geschichten aus Burgdorf

Echte Geschichten aus der Vergangenheit von Burgdorf — wähle eine und dein Kind übernimmt eine Rolle

Die rote Burg auf dem Hügel

Ein Kind entdeckt, dass die roten Backsteine von Schloss Burgdorf völlig anders waren als alles, was die mittelalterlichen Baumeister je gesehen hatten. Durch einen magischen Backstein reist es ins Jahr 1200 zurück und hilft Herzog Berchtold V. beim Bau seiner Burg, wobei es erfährt, warum er dieses kühne neue Material wählte, das die Festung acht Jahrhunderte lang rot über der Emme leuchten lässt.

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Schloss Burgdorf ist die grösste und besterhaltene Zähringerburg der Schweiz, als historisches Denkmal von nationaler Bedeutung eingestuft. Um 1200 baute Herzog Berchtold V. von Zähringen die Burg in monumentaler Form mit roten Backsteinen wieder auf -- einem in der Region damals unbekannten Material --, was ihr das markante, majestätische rote Erscheinungsbild verleiht. Der Komplex erstreckt sich über 130 Meter entlang einer Sandsteinformation über der Emme und umfasst einen Wohnturm (Palas), einen Bergfried und einen grossen Saal.

Pestalozzis wildester Schüler

Ein unruhiges Kind kommt 1801 auf Schloss Burgdorf und erwartet Strafe, findet aber einen weisshaarigen Lehrer, der alle Lehrbücher wegwirft und sagt: 'Zürst denken wir, dann lesen wir.' Gemeinsam entdecken sie das Lernen mit Kopf, Hand und Herz -- und das Kind begreift, dass das grösste Klassenzimmer der Schweiz eine mittelalterliche Burg ist.

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Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827), der berühmteste Pädagoge Europas, kam 1799 nach Burgdorf. Seine revolutionären Methoden schafften Lehrbücher ab, betonten sinnliches Lernen und lehrten 'die Kräfte von Kopf, Hand und Herz.' Im Oktober 1800 zog er ins Schloss Burgdorf selbst und gründete sein Erziehungsinstitut, das eine Knabenschule, eine Armenschule und ein Lehrerausbildungsforum vereinte. Hunderte von Pädagogen und Politikern aus ganz Europa kamen, um seine Methoden zu erleben. 1804 forderte die Berner Regierung ihn auf, das Schloss zu räumen.

Die 45-tägige Belagerung

Während des Burgdorferkriegs 1383 muss ein Kind, das in der belagerten Burg eingeschlossen ist, einen Geheimgang entlang der Emme finden, um eine Botschaft nach draussen zu bringen. In 45 bangen Tagen entdeckt es Mut, erlebt die wahren Kosten des Krieges und erfährt, wie der Verkauf einer Burg für 37800 Gulden das Schicksal der Schweiz veränderte.

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Der Burgdorferkrieg von 1383-1384 begann, als Graf Rudolf II. von Neu-Kyburg im November 1382 einen waghalsigen Überfall auf Solothurn unternahm, um die Stadt zur Vergebung seiner Schulden zu zwingen. Für Bern war dies der perfekte Vorwand, die Macht der Kyburger zu brechen. Im März 1383 griff Bern Burgdorf an. Unter dem Kyburger Kommandanten Berchtold hielt die Burg einer 45-tägigen Belagerung stand. Am 5. April 1384 verkauften die Neu-Kyburger Burgdorf und Thun für 37800 Gulden an Bern -- ein entscheidender Schritt in Berns Aufstieg zum mächtigsten Schweizer Stadtstaat.

Der Käse mit den geheimnisvollen Löchern

Ein Kind schrumpft bei einem Schulausflug in eine Emmentaler Schaukäserei versehentlich auf die Grösse eines Bakteriums und reist ins Innere eines Emmentaler-Laibs. Von innen beobachtet es die winzigen Propionibakterien bei der Arbeit, wie sie Kohlendioxid-Blasen pusten, die zu den berühmten Löchern werden, und muss den Weg hinaus finden, bevor der Käse für Monate der Reifung versiegelt wird.

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Emmentaler (international als 'Swiss cheese' bekannt) entstand auf den Alpweiden des Emmetals rund um Burgdorf. Der Name tauchte erstmals 1542 auf, obwohl die Käsesherstellung im Kanton Bern bis 1293 zurückreicht. Die charakteristischen grossen Löcher werden von Propionibakterien verursacht, die während der Reifung Proteine im Käseteig verbrauchen -- das dabei entstehende Kohlendioxid wird eingeschlossen und bildet kugelförmige Hohlräume. Emmentaler erhielt 2000 den Schweizer AOP-Schutz. Über 20000 Tonnen werden jährlich in den Schaukäsereien entlang der Käseroute produziert.

Das Tor und der Riese

Zwischen dem Schlossberg und den Gysnauflüh-Klippen stehend, erkennt ein Kind, dass die beiden Felsformationen uralte schlafende Riesen sind, die einst den Eingang zum Emmental bewachten. Als die Emme ihren höchsten Pegelstand seit 300 Jahren erreicht, regen sich die Riesen im Schlaf, und das Kind muss sie überzeugen, dass das Tal noch immer schutzbedürftigt ist.

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Burgdorf liegt in einer Schleife der Emme an deren Zusammenfluss mit der Ilfis. Der markante Schlossberg im Westen und die eindrucksvolle Gysnauflüh-Felsformation im Osten bilden zusammen das ikonische 'Tor' -- weshalb Burgdorf als 'Tor zum Emmental' bekannt ist. Die Emme ist ein 80 Kilometer langer Fluss, der zwischen den Gipfeln von Hohgant (2197 m) und Augstmatthorn (2137 m) in den Berner Alpen entspringt. Im Juli 2014 verursachte ein aussergewöhnliches Hochwasser den höchsten Pegelstand der Emme seit 300 Jahren.

Der Hornuss, der zu weit flog

Bei einem Hornussen-Spiel nahe Burgdorf schlägt ein Kind den Puck mit 300 km/h über das Spielfeld hinaus und über die sanften Hügel des Emmentals. Der summenden Hornisse durch Bauernhöfe und Käsereien hinterherjagend, verfolgt das Kind die Ursprünge des Sports bis ins Jahr 1625 zurück, als zwei Männer für das Sonntagsspiel bestraft wurden.

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Hornussen entstand in der Region Emmental, mit dem frühesten dokumentierten Beleg von 1625 aus dem Chorgerichtsprotokoll von Lauperswil (Kanton Bern), wo zwei Männer mit 20 Franken für das Sonntagsspiel bestraft wurden. Das erste dokumentierte Wettkampfspiel fand 1655 in Trub statt. Ein Schlagteam schlägt einen Puck (den 'Hornuss' oder 'Hornisse') von einer flexiblen Rampe mit bis zu 300 km/h, was ein summendes Geräusch erzeugt, während das Abwehrteam von 16-20 Spielern ihn mit grossen Holztafeln (Schindeln) abfängt. Das Emmental ist die historische Heimat von Hornussen und Schwingen.

Der elektrische Funke

Im Jahr 1899 steigt ein Kind in den allerersten elektrischen Zug von Burgdorf nach Thun und staunt, wie die Lokomotive lautlos gleitet, wo früher Pferde sich abmühten. An jeder Station erklärt Professor Blattner, wie Wasser aus der Kander zu Blitzen in den Drähten wurde, und das Kind erlebt den Anbruch eines neuen Zeitalters auf Europas erster vollelektrischer Eisenbahn.

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Am 22. Juli 1899 wurde die Burgdorf-Thun-Bahn als erste vollelektrische normalspurige Eisenbahnlinie Europas eröffnet. Die 41 Kilometer lange Strecke wurde mit 750 Volt Dreiphasen-Wechselstrom bei 40 Hertz elektrifiziert, wobei die Züge maximal 36 km/h fuhren. Das Projekt wurde von Emil Blattner vorangetrieben, Professor für Elektrotechnik am Technikum Burgdorf und Stadtrat. Die elektrische Ausrüstung lieferte Brown, Boveri & Cie. (später ABB), die Energie stammte vom Wasserkraftwerk an der Kander bei Spiez am Thunersee. Die Gesamtkosten betrugen 5,4 Millionen Schweizer Franken.

Nacht in der Schloss-Jugendherberge

Ein Kind, das in der Jugendherberge von Schloss Burgdorf übernachtet, hört Schritte durch die alten Gänge hallen. Ihnen folgend begegnet es Pestalozzis Geisterschülern beim Rezitieren, einem Kyburger Ritter beim Polieren seiner Rüstung und schliesslich Herzog Berchtold selbst -- jeder teilt eine Lektion über das, was die Burg in über 800 Jahren erlebt hat.

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Nach einer 17-Millionen-Franken-Renovation (2017-2020) wurde Schloss Burgdorf am 26. April 2020 als kombiniertes Museum, Jugendherberge (31 Zimmer, 115 Betten), Restaurant und standesamtliches Trauzimmer wiedereröffnet. 2021 wurde die Renovation mit dem Atuprix (Publikumspreis für vorbildliche Berner Architektur) und dem ICOMOS-Preis 'Historic Hotel of the Year 2022' ausgezeichnet. Das Schloss diente über sieben Jahrhunderte ununterbrochen als Verwaltungssitz, von den Kyburgern über den Bernischen Schultheissen ab 1384 bis zum Gericht, das 2012 auszog.

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