Langenthal
Dein Kind wird zum Helden einer Geschichte, die in Langenthal spielt — an echten Wahrzeichen der Stadt, in den vertrauten Gassen, vor den Gebäuden, die es aus dem Alltag kennt.
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Historische Geschichten aus Langenthal
Echte Geschichten aus der Vergangenheit von Langenthal — wähle eine und dein Kind übernimmt eine Rolle
Das Geheimnis der Leinenweber
Ein Kind entdeckt einen verborgenen Webstuhl in einem Keller an der Marktgasse, der Geschichten in Stoff webt. Jedes Tuch erzählt die Geschichte einer anderen Familie aus dem Langenthal der 1640er-Jahre, als Leinen über Europa nach Spanien und Portugal reiste. Um den letzten Faden vor dem Reissen zu bewahren, muss das Kind die Reise des Tuchs von der Weberwerkstatt bis zu einem Handelsschiff im Mittelmeer verfolgen.
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Ab 1640 wurde Langenthal zu einem Zentrum der Leinwandproduktion mit Exporten nach Frankreich, Italien, Spanien und Portugal. 1704 wurde die Stadt Sitz der Oberaargauischen Leinwandhändlergesellschaft, die Weber, Kaufleute und Händler vereinte. Die Marktgasse wurde 1730 gepflastert und zur Handelsachse der Stadt. Bis 1756 hatte der Leinenhandel solchen Wohlstand gebracht, dass Langenthal auf 189 Haushalte, drei Wirtshäuser und ein neues Lagerhaus von 1748 angewachsen war.
Der letzte Teller aus der Porzi
Ein Porzellanteller aus der Langenthaler Fabrik will einfach nicht zerbrechen, egal wie oft er herunterfällt. Ein Kind folgt seiner Reise rückwärts in der Zeit -- vom Sonntagstisch einer Grossmutter in den 1960ern, durch die Hände von 950 Fabrikarbeitern, bis zu einer böhmischen Tongrube, wo das Kaolin zürst gegraben wurde -- und entdeckt, warum dieser eine Teller die Erinnerung einer ganzen Nation in sich trägt.
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Die Porzellanfabrik Langenthal wurde am 4. Juli 1906 vom Unternehmer Arnold Spychiger mit einem Kapital von 500'000 Franken gegründet. Die Schweiz hatte keine Kaolinvorkommen, daher wurden Rohstoffe aus der Region Karlsbad (heute Tschechien) importiert und 35 der ersten 87 Arbeiter aus Böhmen angeworben. Die Blütezeit war 1950-1970 mit bis zu 950 Beschäftigten im Jahr 1964. Jahrzehntelang fand sich Langenthal-Porzellan in praktisch jedem Schweizer Haushalt, Hotel und Restaurant. 1998 wurde die Porzellanproduktion wegen ausländischer Konkurrenz eingestellt.
Die Rache der Langete
Bevor der Entlastungsstollen gebaut wurde, überflutet die Langete die Strassen von Langenthal ein weiteres Mal. Ein Kind muss die kanalartigen erhöhten Gehwege in einem winzigen Boot befahren und die Stadt warnen, bevor das Wasser höher steigt als beim Hochwasser von 1975 -- und entdeckt dabei, warum Langenthals Strassen wie Flüsse gebaut wurden und dass eine Stadt manchmal lernen muss, mit ihrem wildesten Nachbarn zu leben.
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Die Langete gab Langenthal seinen Namen, war aber auch seine grösste natürliche Bedrohung. Vor der modernen Hochwasserkontrolle dienten die Innenstadtstrassen mit ihren erhöhten Gehwegen als Überlaufkanäle und wurden im Durchschnitt zweimal jährlich überflutet. Das katastrophale Hochwasser von 1975 verursachte Sachschäden von mindestens 60 Millionen Franken. Als Reaktion wurde zwischen 1988 und 1991 ein 7531 Meter langer Entlastungsstollen gebaut, der bis zu 58 Kubikmeter pro Sekunde von unterhalb Madiswil direkt in die Aare bei Bannwil ableiten kann.
Die Wiesenmagie der Mönche
Ein Kind begegnet einem Zisterziensermönche des Klosters St. Urban im 13. Jahrhundert, der das Wässermatten-Bewässerungssystem baut. Gemeinsam leiten sie Wasser durch Wiesen und lernen, die Landschaft wie eine lebendige Karte zu lesen -- und entdecken, dass Geduld und sorgfältige Planung ein hochwassergefährdetes Tal in eine der fruchtbarsten und schönsten Landschaften der Schweiz verwandeln können.
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1194 gründete der Freiherr von Langenstein das Kloster St. Urban, ein Zisterzienserkloster, das landwirtschaftliche Innovation in den Oberaargau brachte. Die Mönche errichteten das aufwendige Wässermatten-Bewässerungssystem aus Gräben und Kanälen im gesamten Langetetal, das bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht. Dieses geniale Wiesenbewässerungssystem wird seit rund tausend Jahren praktiziert und ist als national bedeutsame Kulturlandschaft anerkannt. Der Oberaargau zeichnet sich durch sanfte Hügel und die üppigen Wässermatten aus, die durch die Arbeit der Mönche entstanden.
Die Choufhüsi-Uhr schlägt dreizehn
Als der Uhrturm des Choufhüsi von 1808 eine unmögliche dreizehnte Stunde schlägt, öffnen sich im ganzen Gebäude Türen zu seinen früheren Leben. Ein Kind wandert durch einen geschäftigen Tuchmarkt, eine kerzenbeleuchetete Gefängniszelle, eine staubige Bibliothek und schliesslich eine moderne Kunstgalerie, in der die Gemälde lebendig geworden sind -- jeder Raum enthüllt ein anderes Jahrhundert von Langenthals bürgerlichem Herz.
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Das Choufhüsi (Kaufhaus) in Langenthal wurde 1613 als Markthalle erbaut und zwischen 1790 und 1808 vom Architekten Joseph Purtschert als eindrucksvoller spätbarocker Bau mit markantem Uhrturm umgebaut. Es beherbergte Markthalle, Restaurant, Tuchhalle, Wachstube, Sitzungszimmer, Gefängnis und Bibliothek -- ein echtes bürgerliches Mehrzweckgebäude. Seit 1992 ist darin das Kunsthaus Langenthal untergebracht, das bis zu acht Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst pro Jahr zeigt.
Der Eishockeygeist von Schoren
In einer nebligen Nacht in der Eishalle Schoren sieht ein junger Spieler den Geist einer Meistermannschaft, der unter dem Hallendach über das Eis gleitet. Der Geist trägt das Trikot der Meistermannschaft von 2012 und hat eine Botschaft für das Kind: Gewinnen hängt nicht von der Liga ab, in der man spielt, sondern vom Stolz, den eine Stadt in ihrem Herzen trägt.
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Der SC Langenthal wurde 1946 gegründet und spielt in der Eishalle Schoren, die 1961 erbaut und 1980 überdacht wurde, mit einem Fassungsvermögen von rund 4300 Zuschauern. Der Club gewann drei Swiss-Leagü-Meisterschaften in den Jahren 2012, 2017 und 2019 und wurde damit einer der erfolgreichsten Zweitliga-Clubs im Schweizer Hockey. Nach der Saison 2022-23 zog sich der Club aus finanziellen Gründen freiwillig aus dem Profihockey zurück und spielt nun in der MyHockey Leagü (dritte Liga). Eishockey bleibt tief in Langenthals Identität verwurzelt.
Der Zug, der alles verband
1857 trifft der erste Zug in Langenthal ein, mit einer grossen Dampfwolke und einem schrillen Pfiff. Ein Kind steigt auf die Lokomotive und fährt durch die Jahrzehnte, beobachtet vom Fenster aus, wie sich die stille Marktstadt in ein geschäftiges Industriezentrum verwandelt -- und trifft an jedem Halt Leinenweber, Porzellanmaler und Maschinenbauer.
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Die Schweizerische Centralbahn erreichte Langenthal 1857 auf der Linie Olten-Bern und verband die Stadt mit der Hauptachse quer über das Schweizer Mittelland. Der Bahnhof wurde mit weiteren Linien zum echten Knotenpunkt: die Linie Langenthal-Huttwil ins Emmental, die Schmalspurlinie Langenthal-Oensingen (eröffnet am 26. Oktober 1907) und die Linie Langenthal-Melchnau (eröffnet am 6. Oktober 1917). Diese Eisenbahnen verwandelten Langenthal von einer stillen Marktstadt in ein Industriezentrum und ermöglichten das Wachstum von Textilfabriken, dem Porzellanwerk und Maschinenherstellern.
Der Bär auf dem Grünenberg
Ein Kind erkundet die Ruinen der Burg Grünenberg und weckt einen mittelalterlichen Ritter, der die Geschichte der drei Burgen erzählt, die einst den Oberaargau beherrschten. Während sie von Grünenberg über Schnabelburg nach Langenstein wandern, altert der Ritter mit jeder Burg, bis sie das Kloster St. Urban erreichen -- wo die Mönche, die sie alle leise überdauert haben, dem Ritter eine letzte Schale Suppe und einen Platz zum Ausruhen anbieten.
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Im Hochmittelalter (12.-15. Jahrhundert) beherrschten drei Burgen den Oberaargau: Grünenberg, Schnabelburg und Langenstein. 1194 gründete der Freiherr von Langenstein das Kloster St. Urban, ein Zisterzienserkloster. Nach dem Aussterben der Familie Langenstein 1212 erbte das Kloster weitere Ländereien. Die Herren von Grünenberg gewannen an Bedeutung, und 1279 musste das Kloster das Niedergericht und ein befestigtes Haus in Langenthal als Lehen an den Freiherrn von Grünenberg abtreten. Die Mönche überdauerten leise alle drei Adelsfamilien.
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