Olten
Dein Kind wird zum Helden einer Geschichte, die in Olten spielt — an echten Wahrzeichen der Stadt, in den vertrauten Gassen, vor den Gebäuden, die es aus dem Alltag kennt.
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Historische Geschichten aus Olten
Echte Geschichten aus der Vergangenheit von Olten — wähle eine und dein Kind übernimmt eine Rolle
Die Brücke, die nicht aufgab
Erzählt aus der Sicht der alten Holzbrücke selbst: Sie überlebt Hochwasser, Brände und Kriege über 700 Jahre und sieht Olten von einem kleinen Brückenkopf zur Eisenbahnstadt wachsen. So oft wurde sie zerstört und wieder aufgebaut, dass sie die Zählung verloren hat — doch sie hört nie auf, beide Seiten der Aare zu verbinden.
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Die Alte Holzbrücke wurde erstmals 1295 erwähnt — einer der ältesten dokumentierten Brückenstandorte der Schweiz. Sie überspannt 89 Meter der Aare und wurde immer wieder durch Hochwasser, Eis und Feuer zerstört. Die heutige Konstruktion stammt von 1803. Ein Brand von 1844 verursachte schwere Schäden. Sie ist eine der letzten historischen gedeckten Holzbrücken in täglichem Gebrauch.
Kilometer Null
Ein Kind entdeckt den Gedenkstein auf Gleis 12 und wird ins Jahr 1856 zurückversetzt, als die ersten Züge ankamen und eine stille Stadt für immer veränderten. Es fährt mit der ersten Lokomotive durch den dunklen Hauensteintunnel und spürt, wie der Berg bebt, als die Schweizer Ingenieurskunst zum ersten Mal den Jura bezwingt.
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Olten diente als provisorischer «Kilometer Null» des Netzes der Schweizerischen Centralbahn — ein Gedenkstein auf Gleis 12 erinnert daran. Der Hauenstein-Scheiteltunnel (2495 m) war der erste Eisenbahntunnel der Schweiz, gebaut 1853-1858 von Thomas Brassey. Ein Schachtbrand im Mai 1857 tötete 52 Arbeiter und 11 Retter. Die Eisenbahn verwandelte Olten von rund 1000 Einwohnern zu 7000 bis 1900. Heute bewältigt der Bahnhof 1100 Züge und 80 000 Passagiere täglich.
Die Nacht, als die Schriftsteller sich trafen
Im Bahnhofbuffet streiten die Geister von Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt immer noch über Literatur. Ein Kind belauscht sie und muss ihren Streit schlichten, bevor der letzte Zug abfährt. Das Bahnhofrestaurant, in dem einst die grössten Schriftsteller der Schweiz rebellierten, wird zur Bühne des wichtigsten Disputs der Schweizer Literatur.
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1971 gründeten prominente Schweizer Autoren wie Max Frisch, Friedrich Dürrenmatt, Peter Bichsel und Adolf Muschg im Bahnhofbuffet die Gruppe Olten — das Bahnhofrestaurant als neutraler Treffpunkt. Sie trennten sich vom Schweizerischen Schriftstellerverein und forderten politisches Engagement in der Literatur. In der Blüte umfasste die Gruppe 22 Autoren. Sie löste sich 2002 auf. Der Schriftstellerweg in Olten hat heute über 70 Hörstationen.
Die Stadtturmuhr schlägt dreizehn
Das Zifferblatt von 1577 am Stadtturm spielt um Mitternacht verrückt, und jeder Schlag über zwölf hinaus enthüllt ein anderes Jahrhundert Oltens: römische Soldaten am Flussübergang, Froburger Ritter auf der Brücke, streikende Arbeiter 1918 und berühmte Schriftsteller im Bahnhofbuffet.
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Der Stadtturm wurde im 13. Jahrhundert von den Grafen von Froburg erbaut. 1521 von Konrad Gibelin umgebaut, wurde er 1628-1676 auf rund 42 Meter erhöht. Sein Zifferblatt von 1577 misst fast vier Meter — eine der grössten und ältesten öffentlichen Uhren der Schweiz. Der Turm diente als Wachtturm, Gefängnis, Ratskammer und Feuerwache. Die älteste der fünf Glocken stammt von 1402.
250 000 Stimmen
November 1918: Ein Kind in Olten beobachtet, wie Robert Grimm und das Komitee die ganze Nacht debattieren. Sollen sie den Generalstreik ausrufen? Die neun Forderungen stehen auf einer Tafel — Frauenstimmrecht, 48-Stunden-Woche, Altersversicherung. Geschichte wird in einem Bahnhofrestaurant geschrieben, und 250 000 Arbeiter in der ganzen Schweiz warten auf die Entscheidung.
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Am 4. Februar 1918 wurde das Oltener Aktionskomitee in Olten gegründet, gewählt wegen der zentralen Bahnanbindung. Vorsitzender Robert Grimm formulierte neun Forderungen, darunter Frauenstimmrecht, 48-Stunden-Woche und Altersversicherung. Am 10. November 1918 nahmen rund 250 000 Arbeiter am grössten Arbeitskampf der Schweizer Geschichte teil. Die 48-Stunden-Woche wurde 1919 erreicht; das Frauenstimmrecht erst 1971.
Der Entdecker aus der Dreitannenstadt
Der junge Werner Munzinger verlässt Olten in Richtung Afrika, einen Tannenzapfen vom Born-Wald als Glücksbringer in der Tasche. Eine Geschichte von Abenteuer, Neugier und Heimweh, die einen Schweizer Kleinstadtjungen ans Horn von Afrika führt, wo er Konsul, Entdecker und Legende wird.
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Werner Munzinger (1832-1875) wurde in Olten geboren. Er war französischer Konsul in Massaua, erforschte Eritrea und den Sudan und wurde 1875 bei einer ägyptischen Expedition nahe Aussa in Äthiopien getötet. Alex Capus' Roman Munzinger Pascha (1997) erzählt seine Geschichte. Oltens Spitzname «Dreitannenstadt» stammt vom Wappen mit drei Tannen auf einem Hügel, das die drei Jura-Ausläufer Born, Engelberg und Säli darstellt.
Die drei Tannen
Warum zeigt Oltens Wappen drei Tannen? Ein Kind pflanzt drei Setzlinge auf drei Hügeln und entdeckt, dass jeder Baum die Geschichte der Stadt flüstern kann: einer erzählt von römischen Flussübergängen, einer von mittelalterlichen Märkten und einer von den Zügen, die Olten zum Herzen der Schweiz machten.
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Olten liegt in einem Tal zwischen drei Jura-Ausläufern: Born, Engelberg und Säli — daher der Spitzname Dreitannenstadt. Das Wappen zeigt drei grüne Tannen. Die Gegend ist seit dem Magdalénien (16 000-14 000 v. Chr.) besiedelt. Ein römischer Vicus bestand am Ort. Erstmals 1201 als Oltun dokumentiert. Die zentrale Lage macht Olten gleich weit von Zürich, Basel, Bern und Luzern entfernt — alle in 30 Minuten mit dem Zug erreichbar.
Wo die Schweiz sich trifft
Eine moderne Schnitzeljagd: Hinweise auf sechs Bahnsteigen führen ein Kind über den Bahnhof, die Brücke, den Hexenturm und den Stadtturm, um zu entdecken, warum diese kleine Stadt zum Herzen einer Nation wurde. Jeder Hinweis ist ein Stück von Oltens Geschichte, und der Schatz ist die Aussicht vom Turm.
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Oltens zentrale Lage brachte ihm den Ruf als «Ort, wo die Schweiz sich trifft». Nationale Organisationen tagten hier, weil keine Delegation weiter reisen muss als eine andere. Das Bahnhofbuffet empfing 1893 drei europäische Herrscher — Kaiser Franz Joseph I., Königin Victoria und Kaiser Wilhelm II. Der Hexenturm stammt aus ca. 1420 und diente als Gefängnis für der Hexerei Beschuldigte.
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